Chronik

Der Werdegang des TCSR

Auszug aus der Vereinschronik von Rainer Klink, Vorstand des TCSR von 1979-85:

Die Initiativen

Dem allgemeinen Tennisboom folgend, hatten 1968 die beiden Nachbargemeinden Endersbach und Beutelsbach und kurz darauf auch Rommelshausen jeweils einen Tennisclub gegründet. Be­reits 1969 erfolgte in Stetten i.R.  die erste Initiative durch einen Herrn Däschner, der Mitglied im TC-Rems Beutelsbach war. Er setzte eine Anzeige in das Gemeindeblatt und warb um Inter­essenten, worauf aber keine Resonanz erfolgte.

Anfang der 70er Jahre gab es erneut eine Initiative durch Stettener, darunter Architekt Wildber­ger, ebenfalls ohne durchschlagenden Erfolg. Mitte der 70er Jahre bildete sich eine weitere Grup­pe mit den Herren Weisz und Barocke vom TV-Stetten und den Neubürgern Kling und Riedmil­ler. Durch ihre Aktivitäten gab es dann eine rasche Zunahme von  Interessenten, die in Stetten Tennis spielen wollten.

So kam es zur Kontaktaufnahme mit dem Turnverein-Stetten und der Gemeinde Kernen i.R. mit dem Ziel, im Turnverein eine Tennisabteilung zu installieren. Mit beiderseitigen Vorteilen. Der Turnverein erhielte eine erhebliche zusätzliche Zahl von Beitrag zahlenden Mitgliedern, und die Tennisabteilung bekäme im Anschluss an den Fußballplatz ein Gelände für sechs Tennisplätze  zugewiesen und hätte die Möglichkeit, das Vereinsheim mit zu benutzen.

Alsbald fanden sich innerhalb der Initiativgruppe Personen, die bereit waren, eine Tennisabtei­lung zu führen, und die Verhandlungen mit dem Turnverein waren soweit fortgeschritten, dass die Abteilung gegründet werden konnte.

Die Tennisabteilung im TV-Stetten

Am 19.08.1977  fand dann die Gründungsversammlung der Tennisabteilung im Vereinsheim des Turnvereins Stetten statt. Sämtliche von der Initiativgruppe vorgeschlagenen Personen wurden gewählt. Es waren dies: 1. Vorstand Heinz Kling, 2. Vorstand Harald Riedmiller und die weiteren Ausschussmitglieder Gabriele Lorenz, Friedrich Nagl, Heinz Barocke, Heribert Franken und G. Weisz. Durch Wortmeldung schlug W.  Hille, ein Versammlungsbeteiligter, vor, den ebenfalls anwesenden Rainer Klink in den Ausschuss aufzunehmen. Dieser war zu jener Zeit Sportwart im Tennisclub Endersbach. Nach kurzer Beratung der neuen Abteilungsleitung wurde von dieser angeboten, ihn als 2. Beisitzer zur Wahl zu stellen. Auch er wurde von der Versammlung bestätigt.

Anschließend begannen rege Verhandlungen mit der Gemeinde Kernen i.R. bezüglich der Auf­stellung eines Bebauungsplanes für 6 Tennisplätze beim Fußballplatz des TV-Stetten in den Brühlwiesen.  Es folgten heftige Diskussionen und Auseinandersetzungen im Gemeinderat, von dessen Mitgliedern viele gegen Tennis eingestellt waren. Sämtliche relevanten Sitzungen des Ge­meinderates wurden von Ausschussmitgliedern der Tennisabteilung konsultiert. Und bei persön­lichen Gesprächen mit Gemeinderäten wurde versucht, sie für „Tennis in Stetten“ zu gewinnen. Schließlich und endlich erfolgte Anfang 1978 die Zustimmung des Gemeinderates mit nur einer einzigen Stimme Mehrheit.

Nun wurde durch Veranstaltungen und Mitteilungen im Gemeindeblatt auf die Existenz und Präsenz der Tennisabteilung aufmerksam gemacht und um weitere Mitglieder geworben.

Doch unmittelbar nach öffentlicher Bekanntgabe des Bebauungsplanes erfolgte ein Bürgerbe-gehren gegen Tennis. Von Anliegern wurde befürchtet, dass Tennis eine erhebliche Lärmbelästi­gung mit sich brächte. Tatsächlich war kurz zuvor in Stuttgart ein relevantes Gerichtsurteil ge­fällt worden.  Bei der Prüfung des Begehrens durch das Regierungspräsidium in Stuttgart, stellte sich heraus, dass es formaljuristisch falsch und somit unwirksam war. Doch wegen der hohen Zahl von rund 1500 Stimmen, die sich gegen Tennis erhoben hatten, beschloss der Gemeinderat, die Tennisplätze aus dem Plan für das Sportgelände Brühlwiesen herauszunehmen.

Im Herbst 1978 wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, ein neues Gelände für 6 Tennisplät­ze, ein Clubheim und Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Es ist letztlich das Gelände, auf dem sich unsere Clubanlage befindet, nämlich auf einem ehemaligen Prestlengsacker im See  1.

Bei zahlreichen Ausschusssitzungen wurden nun Vorlagen für einen neuen Bebauungsplan unter der Federführung von Bauingenieur Friedrich Nagl erarbeitet. Trotz relevanter Bedenken bezüg­lich des Baugrundes (das Gelände war ursprünglich ein See) wurde mehrheitlich beschlossen, zu den nunmehr fünf Tennisplätzen ein zweigeschossiges Clubhaus zu bauen, und ein Architekt wurde beauftragt, einen Plan auszuarbeiten.

Die Gesamtkonzeption wurde nun der Gemeinde Kernen i. R. vorgelegt, woraus schließlich  der gültige Bebauungsplan entstand. Dieser Bebauungsplan wurde trotz Einsprüchen mit Datum vom  15.10.1979 verabschiedet.

Aufgrund der großen räumlichen Entfernung zum Vereinsheim des TV-Stetten, wurde in beider­seitigem Einverständnis beschlossen, sich vom Turnverein zu trennen und einen eigenständigen Tennisclub zu gründen. Somit lagen die Vorteile auch in der Unabhängigkeit der Finanzierung  und von Beschlüssen bei Mitgliederversammlungen.

Im Frühherbst des Jahres 1979 hatten die  für den zukünftigen Tennisclub als Vorstand vorgese­henen Herren Kling und Riedmiller dem Ausschuss mitgeteilt, dass sie aus beruflichen Gründen nach Sindelfingen ziehen würden und somit nicht mehr zur Verfügung stünden.

Schon während den Ausschusssitzungen stellte sich heraus, dass die gründlichen Kenntnisse des  2. Beisitzers  bezüglich Clubmanagement (Mitgliederstruktur, Gebühren, Beiträge, Durchfüh­rung von Turnieren, Platzbau- und Pflege, Clubhausbau etc.) sehr nützlich waren. So schlugen Kling und Riedmiller nun vor, Rainer Klink als 1. Vorsitzenden des  künftigen Tennisclubs zu nominieren. Diesem Vorschlag wurde von allen Ausschussmitgliedern zugestimmt.

Daraufhin begannen umfangreiche Vorbereitungen für die Gründungsversammlung, auch die Ausarbeitung der Vereinssatzung und Spielordnung, die, in Anlehnung und basierend aus den Erfahrungen des TC-Endersbach, durch den designierten 1. Vorsitzenden verfasst wurden.

Der eigenständige Tennisclub

Am 16.11.1979 fand dann die Gründungsversammlung des Tennisclub Stetten im Remstal e.V. (TCSR) im TV-Heim in Stetten mit folgender Themenstellung statt:

Auflösung der Tennisabteilung im TV-Stetten
Wahl des 1. Vorsitzenden, des Stellvertretenden Vorsitzenden und der Ausschussmitglieder.
Lesung und Verabschiedung der Vereinssatzung und Spielordnung.
Bau von 5 Tennisplätzen.
Bau eines Clubhauses.
 
Die Leitung der Versammlung wurde anfänglich noch vom ehemaligen Vorsitzenden der Tennis­abteilung Heinz Kling durchgeführt, der nach der Wahl des neuen 1. Vorsitzenden die Versamm­lungsleitung an diesen übergab.
 
Die Wahlen ergaben folgende Personalbesetzung:
 
    Erster Vorsitzender:  Rainer Klink
    Stellv. Vorsitzender:  Burkhard Körnchen
    Kassier:                     Gerhard Gaupp
    Schriftführerin:           Gabriele Lorenz
    Sportwart:                  Friedrich Nagl
    Jugendwart:              Reiner Reichmann
    Techn. Leiter:             Günter Schneider
    Vergnügungswart:     Heribert Franken
    Beisitzer:                    Dieter Binder, Liselotte Enssle, Elvira Schmich
    Kassenprüfer:            Wilhelm Hille, Bernhard Kuhnle
 
Somit war die Vereinsgründung aus der Softwarephase in die Hardwarephase übergegangen, was sich - scherzhaft gesehen - auch durch die Namensänderung Kling zu Klink kundtat.
 Im März 1980 erfolgte die Teilbaugenehmigung für die Plätze und das Clubhaus, und am selben Tag wurde mit den Bauarbeiten durch die Firma Schäfer begonnen. Auf Grund der vom 1. Vorsitzenden bei anderen Tennisplätzen gemachten negativen Erfahrungen, bekam die Firma Schäfer die Auflage, kompromisslos den nach den damaligen Kenntnissen besten Unterbau für die Tennisplätze zu erstellen. Wie sich gezeigt hat, war dies eine wichtige Maßnahme.
 Am 04. 06. 1980 wurde den Clubmitgliedern bei einer außerordentlichen Mitgliederversamm­lung die Gesamtkonzeption mit den verschiedenen Clubhausversionen und die Finanzierbarkeit (Aufnahmegebühren, Bausteine u. Mitgliedsbeiträge) vorgestellt und zur Abstimmung gebracht. Der Zuschlag für das Clubheim erhielt die Firma Baumgart aus Weinstadt.
 Bereits am 20.07.1980 fand die Inbetriebnahme der fünf Tennisplätze statt, und am nächsten Tag wurde das erste Ranglistenturnier durchgeführt. Als Ersatz für ein Clubheim diente eine Plastik­plane, die im Bereich des Eingangs zu den Plätzen 1 und 2 über die Gitterzäune im Zwischen­gang gespannt worden war. Dies war sozusagen der Beginn des sportlichen und geselligen Ver­einslebens.
 Daraufhin erfolgte nahezu ein Ansturm auf die Tennisplätze. Unser erster Tennistrainer, Ashley Fuller, ein 19 jähriger Engländer, war von morgens um 7 Uhr bis abends um 22 Uhr ausgebucht. Auch formierten sich bereits eine Damen- und eine Herrenmannschaft. Und unter der Plane wur­den manch vergnügliche Feste gefeiert.
 Mit der Fertigstellung des Clubheimes, unserem „Zweckbau mit Charme“, fand dann am 05.09.1981 die offizielle Eröffnung der Clubanlage des TCSR statt. Hierzu waren alle beteiligten Firmen, der Bürgermeister der Gemeinde Kernen i.R. und Vertreter vom WTB, WLSB und der Nachbarclubs eingeladen worden und gekommen.
 Das Gesamtareal beträgt etwa 6.900 qm. Das Gelände enthält einen Brunnen, aus dem das Was­ser für die Beregnungsanlage kostenlos entnommen werden darf. Des weiteren sieht der Pacht­vertrag u.a. vor, dass auf den Plätzen keine Halle gebaut werden darf, und dass ein Platz, bei Be­darf, den örtlichen Schulen zur Verfügung gestellt werden muss.
 Die damalige Mitgliederschaft bestand aus 166 Erwachsenen, 30 Jugendlichen über 14 Jahre, 36 Kinder, zusammen 232. Davon 149 aus Stetten und 20 aus Rommelshausen. Auf der Warteliste standen bereits weitere 60 Personen aus verschiedenen Gemeinden.
 Nach der Eröffnung der TCSR-Anlage ereigneten sich rege sportliche und gesellschaftliche Akti­vitäten und Veranstaltungen, wie Ranglistenturniere, Verbandsspiele, Nachbarschafts-turniere und Bezirksmeisterschaften, sowie Clubfeste, Bälle, Weihnachtsfeiern und Ausflüge. Auch der nor­male Spielbetrieb und der Clubhausbesuch waren in den ersten Jahren sehr intensiv.
  Dass es gelungen war, die gesamte Clubanlage in so kurzer Zeit zu erstellen, lag in dem enormen Engagement aller - auch späteren -  Mitglieder des Ausschusses und aber auch der Clubmitglie­der selbst, die mit Begeisterung ihren Arbeits- bzw. Wirtschaftsdienst geleistet hatten. Bemerkenswert und dankenswert gleichermaßen ist, dass sich bisher etwa 50 Clubmit-glieder für die Ausschussarbeit zur Verfügung gestellt haben.